Anzeigengestaltung Kreditvermittlung

Gepostet | Kommentare deaktiviert für Anzeigengestaltung Kreditvermittlung

Fallstudie Anzeigengestaltung:
Kapital- & Kreditvermittlung

Ein Unternehmen der Kreditvermittlungsbranche hat mich mit der Neugestaltung sei­ner Kleinanzeigenwerbung beauf­tragt. Bei die­sem Auftrag han­delt es sich um eine ech­te „Kleinanzeige“; im eng­lisch­spra­chi­gen Raum spricht man von „micro-ads“. Dass sogar sol­che Minianzeigen eine hohe Werbewirkung ent­fal­ten kön­nen, bewei­sen die Milliardengewinne, die Google mit sei­nem Werbeangebot „Adwords“ erwirt­schaf­tet.

Eine nicht zu unter­schät­zen­de Voraussetzung für den Werbeerfolg durch Anzeigenwerbung ist jedoch in ers­ter Linie die Qualität der Anzeige, sowohl inhalt­lich  als auch gestal­te­risch. Inhaltlich soll­ten Sie auf die Relevanz der Übereinstimmung zwi­schen Kundenbedürfnis und Werbeangebot ach­ten. Gestalterisch berück­sich­ti­gen Sie, dass ein pro­fes­sio­nel­les Layout Vertrauen schafft, die Relevanzvermittlung zur Zielgruppe unter­stützt und Ihre Anzeige optisch per­fekt von denen Ihrer Mitbewerber abgrenzt.

  • Kunde: Akutfinanz Vermittlungs GmbH
  • Anzeigenformat: 42 mm x 30 mm
  • Farben: 1-far­big s/w
  • Beworbene Webseite: –
  • Illustration: currency©AleksM | iStockphoto.com

Vorher:

Die vor­ge­leg­te Anzeige:

kredit_alte_anzeige

Nachher:

Die neu gestal­te­te Anzeige:

kredit_neue_anzeige

Anmerkungen:

Bei die­ser Kleinanzeigengestaltung erklä­re ich Ihnen die ein­zel­nen Layoutelemente, die Gründe für deren Integration und die Detaileigenschaften, die in Summe zum Werbeerfolg einer Kleinanzeige bei­tra­gen.

anzeigengestaltung

1. CTA: call-to-action

Jetzt!“ ist eine kon­kre­te Handlungsaufforderung (engl. CTA = call-to-action). Nicht in ein paar Minuten oder mor­gen, son­dern „jetzt“. Notwendig ist eine sol­che Handlungsaufforderung, weil der Mensch ein sehr trä­ges Wesen ist und häu­fig einen Anstupser benö­tigt, damit er zu han­deln beginnt. Sie, als Werbetreibender, haben nur die­se Sekunde, um aus dem Anzeigenbetrachter einen akti­ven Interessenten zu machen. Sobald die Augen des Betrachters (Rezipient) sich von Ihrer Anzeige abwen­den, ohne dass eine Handlung initi­iert wur­de, haben Sie ver­lo­ren. Jedenfalls für den Moment. Und wenn  Ihre Anzeige in der fol­gen­den Woche nicht an glei­cher Stelle vom glei­chen Anzeigenbetrachter (mit dem glei­chen finan­zi­el­len Problem) erneut ent­deckt wird, ver­lie­ren Sie die­se Zielperson für eine lan­ge Zeit.

Im Klartext: In Ihre Anzeige gehört min­des­tens eine Handlungsaufforderung.
2. EYECATCHER

Ein Foto oder eine Illustration ist idea­ler­wei­se immer ein Störer (engl. eye­cat­cher). Warum Störer? Nun, im Buchstabenmeer der Zeitung bedarf es gewis­ser erleuch­ten­der Hervorhebungen (engl. high­lights), damit das Unterbewusstsein aus dem medi­ta­ti­ven Lesen auf­ge­weckt wird. Dazu trägt ein Foto oder eine Zeichnung erheb­lich bei. Der Mensch reagiert stär­ker, schnel­ler, inter­es­sier­ter auf Bilder als auf Text. Die Zeitungsverleger haben etwas län­ger benö­tigt, um das zu erken­nen. Erst, als die Druckauflagen wegen der TV-Konkurrenz san­ken, kam man ins Grübeln und ins Handeln. Daher fin­den Sie heu­te in den inno­va­ti­ve­ren Zeitungsblättern immer grö­ßer wer­den­de Bilder, damit der Verlag von die­ser Tatsache pro­fi­tiert.

Damit der Störer Ihre Zielgruppe beim Lesen kräf­tig auf­rüt­telt, muss das Foto oder die Illustration einen direk­ten Bezug zu sei­nen Bedürfnissen, Erwartungen, Hobbys, Vorlieben oder Problemen besit­zen. Verdeutlichen Sie sich, dass unse­re Wahrnehmung selek­tiv erfolgt. Wenn Sie jun­ge Eltern sind, sehen Sie über­all auf der Welt Babys. Sind Ihre Kinder im schul­pflich­ti­gen Alter, wer­den Sie über­all Erstklässler mit Schulranzen bepackt sehen, wenn Sie durch die Stadt fah­ren. Wenn Sie sich für eine Party ein neu­es Kleid oder einen neu­en Pullover gekauft haben und auf der Party sind 200 Gäste und nur ein Gast trägt das glei­che Kleidungsstück – wer­den Sie bzw. Ihr Unterbewusstsein Alarm schla­gen.

Und genau­so so funk­tio­niert hier der Eyecatcher mit dem Sack voll Geld. Wer möch­te den nicht haben? Natürlich will ihn jeder Zeitungsleser, der ein Schuldenproblem hat.

Im Klartext: Integrieren Sie immer einen emo­tio­nal pas­sen­den Eyecatcher in Ihre Anzeige.
3. SYMBOL I

Alternativ zu einem Foto oder einer Zeichnung kann man auch mit Symbolen arbei­ten. Symbole haben immer eine star­ke emo­tio­na­le Wirkung. Und aus der ver­kaufs­psy­cho­lo­gi­schen Anzeigengestaltung wis­sen wir, war­um Emotionen akti­viert wer­den müs­sen, um bei der Zielgruppe posi­ti­ve Handlungen zu akti­vie­ren.

Mit die­ser Anzeige wird klar und deut­lich sym­bo­li­siert: Es geht um Euros, es geht ums Geld. Wir haben also nicht nur, wie unter Punkt 2 auf­ge­führt, einen Störer (Sack voll Geld), son­dern zusätz­lich die star­ke Symbolkraft des EURO-Zeichens inte­griert. Doppelt hält bes­ser.

Im Klartext: Verwenden Sie mini­ma­lis­ti­sche Symbole, falls Sie aus Platzgründen kein Foto oder kei­ne Zeichnung ver­wen­den kön­nen.
4. HEADLINE

Warum wur­de aus der bis­he­ri­gen Überschrift (engl. head­line) „Kredite umschul­den“ nur ein „Umschulden“? Ganz ein­fach. Es reicht. Machen Sie es ein­fach. Was will man denn ande­res umschul­den als Kredite? Und es geht ja nicht um einen ers­ten Kredit, nein. Dieser Dienstleister ver­mit­telt Kredite, die genau auf die­se Situation zuge­schnit­ten sind. Potenzielle Kunden haben meh­re­re Kredite und möch­ten nicht mehr län­ger für meh­re­re Kredite zah­len, son­dern nur noch für einen Kredit. Und weil an die­ser Stelle auf das unnö­ti­ge Wort „Kredite“ ver­zich­tet wird, bleibt mehr Anzeigenraum für das Wort „Umschulden”. Mit dem posi­ti­ven Nebeneffekt, dass die Headline nun 70% grö­ßer ist. Zusammen mit dem Schlagwort also eine um 70 % höhe­re visu­el­le Auffälligkeit. Was glau­ben Sie, war­um die BILD mit solch gewal­tig rie­si­gen Lettern arbei­tet? Es heißt nicht umsonst Schlagzeile. Und die­ser Effekt funk­tio­niert im Großen wie im Kleinen.

Im Klartext: Gestalten Sie Ihre Headline so kurz (inhalt­lich) und so groß (Zeichengröße) wie mög­lich.
5. COPY

Gleiche Anzeigengröße, plus Illustration, plus gro­ße Headline, plus, plus, plus und trotz­dem deut­lich mehr Anzeigentext (engl. copy) Damit wir uns nicht falsch ver­ste­hen: Was so ein­fach klingt, ist har­tes Handwerk. Nicht umsonst recht­fer­tigt der Nutzen den Zeitaufwand (somit die Honorarkosten) für eine der­ar­tig kom­ple­xe Anzeigengestaltung auf kleins­tem Raum. Wo liegt die Hauptaufgabe von viel Text? Die Hauptaufgabe liegt im Aufzählen der Vorteile, im Wecken von Bedürfnissen und im Aufbau von Vertrauen. Und so ver­grö­ßert sich wie­der der Nutzen der pro­fes­sio­nel­len Gestaltung.

Glauben Sie, der Text wird nicht gele­sen? Der Text wird gele­sen. Und zwar von den Personen, die einen Bezug zum Produkt haben. Hier stimmt die Relevanz. Problem und Lösung gehen eine Symbiose ein. Es geht um eine ganz spe­zi­el­le Dienstleistung. Es geht um die Lösung eines gro­ßen Problems. Wer etwas zum Umschulden hat, wird die Anzeige ent­de­cken und lesen. Und mit die­sen Textzeilen wer­den wei­te­re Handlungsmotive erzeugt.

Im Klartext: Schreiben Sie etwas zum Produkt. Zählen sie den Nutzen auf und die Vorteile. Ihre Zielgruppe freut sich über zusätz­li­che Informationen.
6. SYMBOL II

Ja, wie­der Symbole. Die Hauptgründe für ein Symbol habe ich bereits beim Euro-Zeichen auf­ge­zählt. Hier sind es die „Sterne”. Der berühm­te „Sterneneffekt“. Funke, Helligkeit, Strahl. Je mehr Sterne, des­to höher die Qualität. Haben wir doch alle gelernt bei Hotelbewertungen. Nicht umsonst hat einer mei­ner Bekannten, Besitzer einer eta­blier­ten Werbeagentur, vie­le sei­ner Gestaltungen mit Sternen bestückt. In allen mög­li­chen Variationen und Auszeichnungen.

Im Klartext: Ein Stern am Himmel ver­treibt die Dunkelheit.

Gratis e-Book. Wie Sie Anzeigen gestal­ten
die mehr ver­kau­fen. Tipps & Tricks auf 25 S.